
Vor sehr langer Zeit (ich muss damals 16 gewesen sein) fiel mir das Buch „Ein Tag im Leben des Iwan Dennissowitsch“ von Solschenizyn zufällig in die Hände. Gelangweilt von dem regnerischen Sommer entschloss ich das Buch zu lesen und war begeistert vom realistisch nüchternen Schreibstil, der weit weg von jeglicher Dramatik die elendige Situation des Protagonisten Iwan Dennissowitsch in einem sowjetischen Straflager beschreibt. Der Schwerpunkt des Romans liegt aber dennoch in der inneren Welt des Anti – Helden.
Nun bekam ich gestern mit, dass der Literaturnobelpreisträger Solschenizyn am Sonntag starb. Deshalb wollte ich heute ein paar Zeilen über den politisch engagierten Schriftsteller schreiben:
Solschenizyn kam 11. Dezember 1918 in Kislowodsk, Kaukasus, auf die Welt. Während des Zweiten Weltkriegs kämpfte der studierte Mathematiker und Philosoph bei der Roten Armee. Gegen Ende des Krieges wurde er inhaftiert und musste lange Zeit in den Zwangslagern verbringen, da er Kritik an Stalin geübt hatte. Im „Ein Tag im Leben des Iwan Dennissowitsch“ schildert er seine Erfahrungen aus dieser Haftzeit.
Nach seiner Freilassung lebte er lange Zeit im Exil. Dennoch blieb Russland seine geistige Heimat.
Genauso heftig wie er einst die Sowjetunion analysierte, kritisierte er auch die materialistisch dekadente, westliche Welt und deren Intellektuelle.
1970 wurde der 1969 aus dem Schriftstellerverband der UdSSR ausgeschlossene Autor mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.
1994 kehrte der nun inzwischen rehabilitierte Solschenizyn nach Russland zurück und bekam seine Staatsbürgerschaft zurück.
Am 3. August 2008 verstarb Solschenizyn im Alter von 89 Jahren in Moskau.
Ein Fernseh-Tipp: heute Abend bringt die Sendung “Menschen und Mächte” eine BBC-Dokumentation über Solschenizyn um 23:00 Uhr auf ORF2.



Wieder eine interessante Neuigkeit bei Dir/Euch gefunden ..
Nur leider eine Traurige. Aber trotzdem danke.
Im Blog fehlt eindeutig eine Literatur-Kategorie
Fernsehtipp ist notiert!
Das ist ein schöner Beitrag, Kati! danke.
@Richard: stimmt, du hast recht
Mann, leider zu spät gelesen, hoffe sie wiederholen das Ganze nochmals, hat mich jetzt anhand des Artikels echt interessiert, aber lbeibt ja noch das buch für alle Fälle!
Schöner tipp!