
Foto: Undinger
Nachdem Olympia 2000 eine rauschende Party war, konnten die 2004er Spiele an ihrer Heimstätte die Griechen ja nicht so richtig begeistern – entsprechend lahm war damals auch die Stimmung hier, soweit ich mich erinnere. Dementsprechend vorgeprägt interessiert mich Olympia in diesem Jahr aus sportlicher Sicht schon mal relativ wenig.
Dazu kommt aber das Politische. Dass die Spiele überhaupt an China vergeben wurden, kann man schon kritisieren. Gleichwohl ja leichte Hoffnungen zur Besserung der innenpolitischen Lage hätten aufkeimen können. Aber: So wie es aussieht wird China alles daran setzen, eine große Show auf die Bühne zu stellen.
Grünflächen werden eingefärbt, Häuser wurden für neue Schnellstraßen zum besseren Transport der Sportler abgerissen. Wer dagegen protestierte, landete im Gefängnis – nach einem ARD-Bericht von heute Abend, widerfuhr das einem Mann vor 4 Jahren. Doch obwohl seine Strafe nun eigentlich abgesessen wäre ist er immer noch nicht auf freiem Fuß – er könnte ja das Interesse ausländischer Journalisten auf sich ziehen. Also schmort er mindestens noch bis zum Ende der Spiele.
Von Tibet spricht schon gar niemand mehr. Und das wird sich auch nicht ändern – zumindest nicht was ausländische Reporter betrifft, die vor Ort berichten, denn denen wird der freie Zugang zum Internet fehlen.
Vorläufiges Fazit für mich: Versuchen, sich nicht blenden zu lassen und der ganzen Veranstaltung die kalte Schulter zu zeigen. Auch wenn man damit den Sportlern aus aller Welt nicht gerecht wird.
Hier findet ihr mehr Info über die gesperrten Internet-Seiten.



Heute stand aber auf ORF.at, dass die Zensur teilweise gelockert wurde:
http://www.orf.at/080801-27964/index.html
Ich finde es wirklich nur schwer zu begreifen warum China wirlich die chance erhalten hat da die Olympischen Spiele abzuhalten – eigentlich sollte das unterbunden werden, denn so Menschenrechte ade, das signalisieren auch die, denen es egal ist und die diese Veranstaltung unterstüzen und nicht achten auf welche kosten das gemacht wird.
Ich dreh ab und hoffe trotzdem auf Journalisten, die den mut haben auch abseits des Mainstreams etwas zu finden und vieles, wie die Freiheit Tibets zu unterstützen.