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Weibliche Dimension der Migration

Bild: Kunstnet.de

Laut Experten wandern immer mehr hoch qualifizierte Frauen aus wenig entwickelten Ländern aus und versuchen ihr Glück in der reichen Welt. Aber welche Folgen hat dieser Trend für die Herkunftsländer?

Eine OECD–Studie aus dem Jahr 2000 zeigt, dass 51 Prozent der im Ausland geborenen Population der ersten Welt, Frauen ausmachen. In den 90er Jahren stieg in den meisten OECD Länder die Migrationsrate von hoch qualifizierten und gut ausgebildeten Frauen.

Nun versuchen WissenschaftlerInnen die Gründe dieses Trends herauszuforschen. Bisher wurden im Hinblick auf Migration überwiegend männliche Komponenten in der Forschung berücksichtigt, da früher mehr Männer auswanderten. Klassisches Beispiel: Gastarbeiter der ersten Generation in den reichen Industrieländern. Die durchschnittliche Migrationsrate von Männern mit einem Universitätsabschluss liegt derzeit bei 13,1 Prozent. Demgegenüber stehen 17,6 Prozent Frauen.

Nun, was sind aber Gründe dieses weiblichen Brain Drains? WissenschaftlerInnen gehen davon aus, dass sich Frauen mit einer höheren Ausbildung mehr Unabhängigkeit in der Arbeitswelt wünschen. Darüber hinaus sind die Aufstiegschancen von gut ausgebildeten Frauen in den Entwicklungs- oder Schwellenländern begrenzt. Außerdem haben Frauen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen einen schwierigeren Zugang zum Arbeitsmarkt: So arbeiten viele Frauen in der zweiten oder dritten Welt in Jobs, die ihren Qualifikationen nicht gerecht werden: Sie sind überqualifiziert!

Nun fürchtet man, dass dieser Trend negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Frauenrechte haben könne: Die Abwanderung von Frauen mit hohem Bildungsniveau bedeutet immerhin das Fehlen von Rollenbilder.

Man vermutet, dass dieser Brain Drain schwere wirtschaftliche Folgen für die Entwicklungsländer haben wird. Andererseits wird aber die Migration als notwendig gesehen, um die Entwicklungsländer in die globale Wirtschaft einzubinden.

Ich bin gegenüber dieser Entwicklung noch ein wenig skeptisch. Einerseits finde ich es gut, dass Frauen ein selbst bestimmtes Leben führen und selbst entscheiden, wo sie leben wollen. Andererseits müsste man sich fragen, wieso es soweit kommt, dass so viele Frauen auswandern müssen.

Was ist eure Meinung dazu?

Bild: stuff.mit.edu


4 Antworten zu “Weibliche Dimension der Migration”


  1. 1 Miriam Mai 13, 2008 um 12:05

    Ich denke, dass man diese Realität von unterschiedlichen Seiten betrachten muss. Einerseits ist es eine Tatsache, dass viele der ausgewanderten Frauen über Hochschulabschluss verfügen, andererseits ist es ihnen oft nicht möglich, in der neuen Heimat einen entsprechenden Job zu bekommen. Die fehlende und später dann mangelnde Sprache ist sicherlich ein Hauptgrund, ein anderer wichtiger Grund wäre aber auch, dass sich die Länder auf unserem Planeten ihre Schulabschlüsse gegenseitig nicht anerkennen. Also sehen sich dann viele ansich hochausgebildete Frauen gezwungen, handwerklich ihr Geld zu verdienen oder sonstige Jobs unter ihrer Qualifikation anzunehmen um überleben zu können. Beispiele kenn ich genug: eine Ingenierin die sich durch Fenster putzen, ihr Leben verdient, eine Biologin die hier als Putzfrau arbeitet, Ingenieure, Architekten, Rechtsanwälte und Ärzte die in Österreich als Taxifahrer unterwegs sind usw.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob diese Menschen sich bei Auswandern das so vorgestellt haben, und obs dann anders gekommen ist, oder ob ihnen von vornherein jede Arbeit recht war, um irgendein Gehalt/Lohn zu erhalten, der höher ist, als der, den sie in ihrem Herkunftsland erhalten hätten.

    Nur ich denke mir, dass man sich nicht darüber sorgen muss, dass alle gebildeten Fauen auswandern und nur die minderqualifizierten zurückbleiben, so ist es nicht, die Mehrheit wandert ja nicht aus. Am liebsten bleibt man ja auch dort, wo man zuhause ist.

  2. 2 axinia Mai 13, 2008 um 1:42

    Ein interessanter Beitrag, Kati!

    Es mag komisch vorkommen, aber ich (als Ausländerin) bin gegen Auswandergung - bzw. gegen eine “materiell” begründeten Auswanderung. In den meinsten Fällen kann man viel besser im eingenen Land leben, als im Ausland. Ich rate jedem ab ins Ausland wegen dem besseren Leben zu ziehen! Wenn man eine Stelle angeboten bekommen oder wegen Liebe ins Ausland heiratet - das ist eine andere Sache, das ist praktisch Schlicksall. Aber das extra anstreben? Zu kompliziert!
    Selbst in meinem Fall (wo ich schon ohne hin gut im Leben da stehe) könnte ich jetzt in Moskau viel mehr als hier verdienen, - ich liebe aber Österreich und fühle mich hier zu Hause. Dies ist allerdings bei den Zugwanderern oft nicht der Fall: nicht alle sind in Österreich glücklich.

    Miriam, ich kenne auch viele Menschen, die mit einer tollen Ausbildung sich hier zu lande leider nicht zurecht finden… Manchmal dauert es halt lange. Aber wenn man schon will, findet man/Frau einen richtigen würdigen Platz. Ob das auch der Mühe wert ist, ist eine andere Frage.

  3. 3 Miriam Mai 13, 2008 um 2:53

    Genau das Gleiche sage ich auch, wenn ich erfahre, das jemand auswandern möchte. Man sollte versuchen, in seinem Heimatland das Beste aus allem zu machen, und nicht irgendwelchen Träumen nachjagen, die sich oft nicht erfüllen. Das mit der Liebe finde ich, ist so eine Sache. Manche legen es schon richtig drauf an, sich in jemanden “zu verlieben” der aus dem Ausland kommt. Das Internet erleichtert solche “Zufälle” auch sehr. Das sage ich jetzt nicht einfach nur so, sondern ich weiß von einigen Fällen, wo man die Liebe nur im Ausland gefunden hat, und dass dann schon sehr auffällig ist.

  4. 4 soulsista23 Mai 15, 2008 um 4:56

    Ich denke, dass sich viele das eben als “traum” vorstellen, das sieht man ja oft bei den Auswanderungssendungen im Fernsehen, da haben alle nur das Bild des Landes vor augen, dass sie aus dem Urlaub kennen, und vergessen oft, dass man auch hier einen Alltag bewältigen muss, oder eben eine Job ausüben muss!
    zusätzlich sollte man echt auch imer bedenken, dass auch auswandern Geld kostet, man auch auf sprachschwierigkeiten treffen könnte usw. Man sollte sich einfach im klaren sein was man tut und nicht blauäugig da reinlaufen.
    Aber ich sage - wenn mans plant, realistisch ist, dann kann man durchaus einen Traum erleben!

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