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Heute dauert der Tag in der Arbeit unendlich lang, es gibt nicht viel zu tun und ich dachte, ich nutze mal die Zeit und schreibe hier im Blog was mir gerade durch den Kopf geht. Und dies ist folgende Frage: Warum habe ich meinen Beruf gewählt? Oder allgemein gefragt, lässt die Entscheidung für einen bestimmten Beruf Rückschlüsse auf den Charakter zu?
Ich denke, das geschieht selten bewusst. Wer fragt sich schon vor einem Betriebswirtschaftsstudium: Passe ich überhaupt in dieses System? Aber auch umgekehrt unterschätzen wir oft, wie stark uns die Arbeit prägt. Wie denn zum Beispiel? Na, man sieht nicht so selten, dass Vertreter auch im Freundeskreis zu “Dauerlächlern” werden, dass Verwaltungsbeamte ihr Leben genauso risikoscheu organisieren wie ihre Akten und Lehrer auch in Reisegruppen alles besser wissen.
Ich frage mich dann, macht uns also der Job zu dem Menschen, der wir sind? Ich bin ziemlich sicher, dass uns der Job zu einer gewissen Weise formt. Anderseits: entfalten sich nicht durch die Arbeit die Facetten der Persönlichkeit, die bereits in uns angelegt sind?
Was mich an manchen Menschen stört, ist das Übertragen von den im Beruf verinnerlichten Ansichten aufs Private. Für dieses Beispiel musste ich nicht weit gehen: mein Vater, Unternehmensberater - für ihn muss jeder noch so kleine Schritt effizient sein! Ins Geschäft eine Stunde fahren, dann eine Stunde zurück, das kam bei ihm nie in Frage (bis meine Mutter eine Szene machte), weil es ineffizient sei. Man sollte seiner Meinung nach dann einkaufen, wenn ein Geschäft gerade in der nähe ist. Na ja…
Ich glaube, man übernimmt nicht nur die Arbeitsroutine, sondern auch Umgangston und Wertvorstellungen. Ich habe mal gelesen, dass im Lauf der Zeit sich die Mitarbeiter immer ähnlicher werden. Je stärker ein Mensch sich mit seinem Team in der Firma identifiziert, umso stärker passt er sich an. Auch was Kleidungsstil betrifft - ich habe festgestellt, dass ich angefangen habe Röcke zu tragen, weil alle meine weiblichen Kollegen das auch tun. Identifikation mit der Firma, Anpassung, Anerkennung von Arbeitskollegen - oder soll man doch versuchen, das eigene “Ich” beizubehalten? Wird man dann nicht auf Dauer unglücklich? Was denkt ihr darüber?

Ich glaube das gilt sowohl als auch - es gibt sicher viele Menschen die verändert der Beruf, aber auch viele die ihren Wesenzügen treu bleiben, kommt wohl zum einen auf den Job zum anderen auf den Menschen an.
wichtig finde ich nur, dass mich der job nicht auslaugt oder ich Probleme am Arbeitsplatz mit in eine Beziehung oder nach Hause nehme, da sollte eine klare Trennlinie sein! Schwierig stelle ich mir das vor allem dann vor, wenn man zusammen als Partner oder als Familienbetrieb arbeitet, das zieht sicher viele Probleme nach sich, ich denke da vor allem an Gastronomie, da bespricht man alles firmentechnische in der Freizeit und die Familie an sich hats schwer - mag aber auch variieren.
Würdet ihr gerne mit eurem Partner / Ehemann an einem Arbeitsplatz arbeiten?
Niemals! Nur ein Beispiel dazu aus der Firma meines Mannes: Er hat mir erzählt, dass eine der Sekretärinnen dort mit einem Mitarbeiter verheiratet ist. Und er wundert sich, dass sie wenn es um die Mittagspause geht, dauernd mit einem anderen Kollegen (unterschiedliche) essen geht, anstatt mit ihrem Mann. Das kann man natürlich so sehen oder so. Einerseits kann man sich wirklich fragen, wieso geht sie nicht gleich mit ihrem Mann? Andererseits will sie vielleicht ein “normales” Arbeitsklima haben mit ihren Kollegen, und will dann eben nicht jede Pause zu ihrem Mann verschwinden. Aber schon, die Fragestellung ansich zeigt für mich, dass es absolut störend ist mit seinem Partner den gleichen Arbeitsplatz zu haben. Ich denke, das schafft nur zusätzliche Probleme, die man eigentlich gar nicht braucht. Was wäre eure Meinung dazu? Würdet ihr immer nur mit eurem Partner zu Mittag essen?
Mein Vater ist in der Arbeit Polier gewesen und mein Vater ist teilweise heute im Ruhestand noch Polier! Ich kann immer nur schmunzeln wenn er noch nach mir ruft und wie mit einem Hilfsarbeiter Befehle erteilt und dies in einer Lautstärke, als wären 25 Bagger und 35 Stemmgeräte in unserer unmittelbaren Nähe! ggg “Papa, wir sind zu Hause,…” ggg
na klar verändert uns der job, genauso wie uns die schule, das gymnasium, das studium, die praktika und ferialjobs verändern haben, denn man lernt mehr dazu, gewinnt an neuen erfahrungen die einen eben für immer prägen.
das wichtigste für mich ist einfach, dass man im job einfach glücklich ist, sich gefordert fühlt, gern zur arbeit geht und das ganze eher lockerer sieht, auch wenns mal stressig ist, denn es bringt ja nun wirklich nichts sich dauernd fertig zu machen.