Das deutsche Magazin „Der Spiegel“ thematisiert heute die weltweit gestiegenen Lebensmittelpreise in der Online- Ausgabe und warnt vor einer „Revolution der Hungrigen“. Die Gründe für die Lebensmittelteuerungen sind vielfältig. Naturkatastrophen, höhere Energiepreise und wachsende Nachfrage nach Lebensmitteln in China sind einige davon. Das Ergebnis ist verheerend: Über 840 Millionen Hungernde gibt es weltweit.
Jean Ziegler, Sonderbotschafter der UN für Recht auf Ernährung, hat bereits mehrere Bücher über die Hungersnöte der modernen Zeit geschrieben. Insbesondere in seinem Buch „Wie kommt Hunger in die Welt – Ein Gespräch mit meinem Sohn“ beschäftigt er sich umfassend mit diesem Thema und stellt sich die Frage „wie es sein kann, dass so viele Menschen hungern bzw. an Folgen von Unterernährung sterben müssen, obwohl die weltweit produzierten Lebensmittel für die Ernährung von 12 Milliarden Menschen – also für das Zweifache der Weltbevölkerung - ausreichen würde“. Ziegler kritisiert die globale neoliberalistische Weltpolitik scharf in seinem Buch und erklärt ausführlich, wieso sich diese Politik für das Elend der Menschen in der Dritten Welt verantwortlich zeigt. Strukturanpassungsprogramme von IMF, die zu drastischen Kürzungen im Gesundheitsbereich und Privatisierungen führen, Privatisierung von Trinkwasser, Transnationale Unternehmen, die Saatgüter patentieren und dafür Lizensgebühren verlangen, unregulierte Finanzmärkte, EU-Subventionen an europäischen Bauern, die den Weltmarkt mit billigen Getreideprodukten überfluten sind weiter Gründe der Hungersnot.
Ich persönlich sehe die derzeitige Situation pessimistisch. Zwar gibt es weltweit kritische Bewegungen, die erfolgreich gegen die neoliberale Politik demonstrieren, dennoch ist meiner Meinung nach eine Verbesserung der momentanen Situation nicht in Sicht. Da muss noch vieles geschehen und ich bezweifle stark, dass die mächtigsten Menschen der Welt (Politiker, Manager von multinationalen Unternehmen und IMF-und Worldbank-Mitarbeiter) bereit sind, etwas zu verändern.
Wie denk ihr darüber? Wie kann man das weltweite Hungerproblem bekämpfen?



Hallo!
Hunger auf unserem Planeten - ein wichtiges Thema, um das wir uns endlich mal gescheit kümmern sollten und nicht einfach nur wegschauen und ignorieren.
Wir, hier in Europa oder generell in der westlichen Welt, kaufen trotz der immer teurer werdenden Preisen immer noch zu viele(viel zu viele!) Lebensmittel, die wir zum Teil sogar wegschmeissen.
Ich finde unsere Einstellung zum Essen dramatisch und finde auch dass wir einiges tun könnten um den Hunger in der dritten Welt zu stoppen.
Das Problem ist dass die armen Länder ihre selbst produzierten Lebensmittel meist in den Westen exportieren, weil das natürlich mehr Geld bringt. Zum Teil hängt aber die Hungersnot auch an Naturkatastrophen die immer häufiger auftreten,die nicht zu beeinflussen sind, an denen wir aber auch zu einem gewissen Grad selbst schuld sind, aber auch weil in den Länder wo Hungersnot herrscht auch Armut vorherrscht.
Ein Teufelskreis, aus dem es nicht so einfach ist, heraus zu kommen. Wie man das wirklich ändern kann, weiss ich selbst auch nicht, aber ich habe mir schon einmal überlegt, dass es doch eigentlich mit ganz simplen Aktionen gehen müsste die ganze Welt “über die Runden zu bringen”.
Zum Beispiel wäre es möglich, dass wir, die in der westlichen also in der sogenannten ersten Welt leben, sagen würden, dass jeder einen Euro pro Monat an die dritte Welt abgeben würden und ihnen so das Überleben zu sicher, wäre das ein großer Schritt in die richtige Richtung.
Oder nicht?
LG
Kann man gar nicht! Ist meine Meinung. Es wird sowieso alles teurer, der Lebensstandard steigt, das einzige was nicht steigt sind unsere Löhne. Ergo, irgendwann müssen wir hungern. Und wie du schon sagst, wir können nichteinmal etwas dafür. Siehe Milch: In China steigt die Nachfrage an deutscher Milch, deswegen steigt bei uns der Preis? Da lang ich mir an den Kopf wenn ich sowas höre, so etwas sollte die Wirtschaft nicht zulassen.
naja, selbst wenn wir weniger essen würde, würde die deutsche Nachfrage sinken, dann sucht sich die wirtschaft wieder einen ausländischen Käufer, und unser Preis steigt trotzdem.
Allgemein zu diesem Thema habe ich heute was gepostet: http://1000petals.wordpress.com/2008/04/06/the-descrete-charms-of-the-world-bourgeoisie/
und da ist was ich für die Quelle des Problems halte: http://1000petals.wordpress.com/2008/02/23/what-is-really-wrong-with-capitalism-or-why-i-believe-in-communism/
Ich persönlich, weiß noch nicht so recht, was der Grund für diese zahlreichen Teuerungen ist. Das ja viele ganz unterschiedliche Lebensmittel davon betroffen sind, liegt natürlich schon auch die Vermutung nahe, dass es was mit dem Steigen des Erdölpreises zu tun hat, weil dadurch allgemein die Produktionskosten ja mitsteigen. Aber grad das Steigen des Erdölpreises ist ja zu einem großen Teil ein künstlich geschaffenes, weil (preis-)politisches Problem. Jedenfalls diejenigen, die im Endeffekt die politisch-wirtschaftlich gekochte Suppe auszulöffeln haben, sind dann im Endeffekt die Konsumenten, und das find ich nicht korrekt. Ich finde, man sollte die Suppe die auslöffeln lassen, die sie verursacht haben. Genau da seh ich die Lösung.
Eine mögliche Lösung wäre da die Lebensmittet staatlich von den Verantwortlichen subventionieren zu lassen, sodass die Preise für den Konsumenten auf dem gleichen Preisniveau gehalten werden.