24
Feb
08

Ego-Suche oder Rasterfahndung im Web

Wenn ich jemanden kennengelernt habe, oder wieder mal nach meiner eigenen aktuellen Internet Performance suche (s.g. Ego-Suche), was mache ich? Gewöhnlich würde man in Google oder Yahoo den Namen eintippen und versuchen, zwischen 1000 Mayers den richtigen Mayer zu finden. Kennt ihr andere Alternativen? Ich habe seit kurzem einen Geheimtipp!

Eine neue Personensuchmaschine wurde von mir getestet. Um vergleichen zu können, habe ich davor versucht, mich in Google zu finden – vergeblich. Google hat schon etliche Ergebnisse ausgespuckt. Ich muss schon sagen, wäre ich auf die Idee gekommen, alle Namensverwandten Stefan X’s kennenlernen zu wollen, würde ich Jahre dafür brauchen. Den echten Stefan, also mich, habe ich nicht entdeckt – na ja, ich habe auch kein Schachturnier gewonnen, mein Name beinhaltet nicht die Titel wie Prof. oder Dr. und ich leite keine Firma – also, ich gehöre zu den 90% der gewöhnlichen Menschen, auf welche es die Google-Suchmaschine nicht abgesehen hat.

Ein österreichisches Projekt, www.123people.com zielt zu Beginn auf Deutschland, Österreich, die Schweiz und Großbritannien. Für Suchanfragen zu diesen Ländern werden speziell lokale Datenquellen einbezogen, die das Ranking der Ergebnisse beeinflussen.

Was mir gefallen hat: angezeigt werden Bilder, Videos, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Weblinks, die zu dem jeweils gesuchten Namen passen. Außerdem wird versucht, mit einer Begriffswolke Attribute und Eigenschaften der gesuchten Person darzustellen.

Was mir nicht gefallen hat: die Suchmaschine hat mich zwar gefunden … aber nicht nur lediglich meinen Namen – im Internet irgendwann veröffentlichte Fotos mit meiner Ex-Freundin, meine Telefonnummer, ehemalig hinterlassene Kommentare in unterschiedlichen Foren und meine Interessen, welche die Begriffswolke überraschenderweise ziemlich genau dargestellt hat. Ob es nicht „too much“ ist?

Darüber hinaus können Nutzer der Website eine Visitenkarte über sich selbst anlegen. Darauf können sie Daten ergänzen und die angezeigten Tags bewerten. Registrierte Benutzer können auch fremden Visitenkarten Tags zuordnen, sowie Kommentare hinterlassen. Über unterschiedliche Einstellungen zur Privatsphäre kann die Anzeige über die selbst eingegebenen Daten gesteuert werden, wobei die Indizierung durch andere Suchmaschinen deaktiviert werden kann.

www.123people.com ist aber nicht die erste Personensuchmaschine im Internet. www.spock.com beispielsweise will laut einer Online Zeitung „ein Profil von jedem Menschen dieser Welt anlegen.” www.wink.com durchsucht die Profile von Nutzern sozialer Netzwerke und lädt Internetbenutzer zudem ein, gleich selbst direkt bei der Suchmaschine eine Informationsseite über sich selbst zu erstellen. www.zoominfo.com hat sich auf den Unternehmensbereich konzentriert.

Vielleicht meldet sich hier ein/e Suchende/r und Findende/r und berichtet über die eigenen Erfahrungen – ich würde mich darauf freuen!

Grüße,
Stefan


6 Antworten zu “Ego-Suche oder Rasterfahndung im Web”


  1. 1 axinia Februar 25, 2008 um 4:05 Uhr nachmittags

    Ein interessanter Tipp, Danke!

    Ich kann nicht sagen, dass diese neue Suchmachine über mich mehr gefunden hat, als Google - eher weniger, dafür aber schöner dargestellt. Die Google Ergebnisse sind bekanntlich unübersichtlich, bei People kann man sich tatsächlich ein “Bild” von der Person machen (Tagwolke ist hübsch!)

    Ich nehme an, das system wird sich weiter entwickeln, dann kann man schauen, was sie noch findet :)) Also ich habe nichts zu verbergen!

  2. 2 stefanebner Februar 25, 2008 um 4:50 Uhr nachmittags

    Na ja, ich wünsche ich hätte auch nichts zu verbergen :-)

    Falls sich jemand interessiert - sie haben auch einen Blog (habe ich heute entdeckt) http://blog.123people.com/

  3. 3 thomasbauer Februar 27, 2008 um 2:22 Uhr nachmittags

    Danke für den Tipp, wirklich sehr interessant.
    Ich habe auch mal eine Personensuchmaschiene auprobiert, yasni.com, aber deine gefällt mir viel besser!
    Thomas

  4. 4 tigerauge Februar 29, 2008 um 8:56 Uhr vormittags

    Hallo!
    Krass muss ich sagen, was du da erzählst - ich weiß nicht wirklich ob ich möchte, dass alle alles über mich erfahren können und vor allem dann wie dis eben schilderst Fotos und persönliche Informationen, ich denke da eher daran, das auch Firmen bei der Jobeinstellung das nutzen könnten und dann vieles mehr über eine wissen als man möchte, oder?
    Aber das werd ich jetzt natürlich gleich mal ausprobieren und sehen wies ausfällt - super tipp! Und bin gespannt auf die Tagwolke! :-)

  5. 5 stefanebner Februar 29, 2008 um 8:56 Uhr nachmittags

    @Thomas
    Danke für den Tipp, yasn.com kenne ich bereits - die Personensuchmaschine spuckt sehr viel Information aus, aber alles ist meine Meinung nach ein bisschen unüberschtlich…

    @Tiger
    Apropos Jobeinstellung, hab Video gefunden, das genau das Thema anspricht;-) : http://www.youtube.com/watch?v=X_TmlqFpI8c

  6. 6 katisommer April 8, 2008 um 1:39 Uhr nachmittags

    Hallo allerseits!

    Dazu habe ich noch einen Artikel gefunden - von Online PR Guru Klau Eck:

    Der schreibt:”Zurzeit recherchiere ich für einen Computerwoche-Artikel zum Thema “Online Reputation Management”. Was liegt also näher, als seinen eigenen Namen im Zuge des Ego-Googelns in die Suchmaschine einzugeben. Überraschenderweise entdeckte ich hierbei einige Google Adwords oben rechts bei meinen Suchergebnissen. Das Social Network FacebookThe-New-Faces-at-Facebook wirbt mit mir als Testimonial für: “Klaus Eck ist auf Facebook. Melde dich jetzt an!” Dabei hatte ich niemals (bewusst) meine Zustimmung dafür erteilt, dass das mir zugegebenermaßen sympathische Network mit meinen Namen in dieser offensiven Weise neue Mitglieder wirbt.” http://klauseck.typepad.com/prblogger/2008/04/facebook.html

    Spannend, was?

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